Rea Siegel Ketros

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Schwarzarbeiten

Carmen Bosch-Schairer, M.A. 2002 (gekürzt)



Auch ein Schattenriss entsteht erst durch Licht. Man beleuchtet das Motiv mit einer Lichtquelle und zeichnet dessen Umriss als Schatten auf ein helles Medium. Was darauf sichtbar ist, ist nicht das Abbild des Motivs, nur sein Schatten. Er ist Stellvertreter einer nicht sichtbaren, aber doch existenten Welt, wie in Platons Höhlengleichnis die Schatten an der Wand Ersatz für das farbige Leben außerhalb der Höhle sind. In einem Fall ist Schwarz der Gegenpol von Licht, im anderen Fall eine Projektion, deren Quelle selbst nicht sichtbar ist.

Der Betrachter spürt die Energie der Nicht-Farbe Schwarz, die sie aus der Absorption des Farbenspektrums bezieht. Wie magische Zeichen stehen die einfachen, zentrierten, oft symmetrischen Formen da. Ihre Schlichtheit indes ist vordergründig. - Trotz ihrer Statik sind sie von Spannung erfüllt, halten sich in einer vibrierenden Balance. Im undefinierbaren weißen Bildraum scheinen sie zu fliegen, zu schweben oder zu gleiten. Flügel, Segel und Propeller verstärken den Eindruck. Die Bildtitel beschreiben, was aus dem Bild entgegenkommt:
Den Aufwind erwarten - Eins loslassen - Schweben lassen - Nicht mehr aufspringen - Zuletzt nehme ich einfach den Schlitten - Endgültig gehen.

Bilder vom Fliegen sind Reisebilder; jemand bricht aus seiner gewohnten Umgebung auf um wegzugehen; er ist unterwegs; ob er jemals ankommt, bleibt offen...




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