Lichtarbeiten

Carmen Bosch-Schairer, M.A. 2002 (gekürzt)

Seit etwa 1993 entwickelte Rea Siegel Ketros eine Bildgattung, die sie Hinter-Licht-Bilder nennt, halbtransparente Acrylmalerei, die – wie der Name suggeriert – ihre Wirkung nicht nur aus dem Raumlicht, sondern auch aus der Beleuchtung von der Rückseite bezieht, sei es durch das Tageslicht eines Fensters oder durch eigens installiertes Neonlicht. Seit 2000 entstehen die Hinter-Licht-Bilder als Weiß-Arbeiten. 

Rea Siegel Ketros Malerei handelt immer vom Menschen; das sprechen auch die Titel deutlich aus, ob sie „Kleine Schwestern“ heißen, „Der Ältere“, „Doppeltes Herz“ oder auch „Langsam weitergehen“, „Auf Schatten horchen“. 

Mit ihren Hinter-Licht-Bildern ist es Rea Siegel Ketros gelungen, eine Form der Malerei zu entwickeln, die um den Aspekt des immateriellen Lichts erweitert ist, ohne die ihr eigenen Ausdrucksmöglichkeiten als Farbmaterie aufzugeben. Die Weiß-Arbeiten gehen darüber hinaus. Ihre ausgesparte Linienzeichnung wird erst im Durchlicht sichtbar, ähnlich wie im Tiefdruckverfahren die Linien erst durch Druckfarbe sichtbar werden. So gelingt es der Künstlerin, den Effekt von mal- und drucktechnischen Prinzipien zu kombinieren, mit Farbe und Licht zu malen. Damit hält sie eine einzigartige Position in der Kunstszene besetzt.